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Apple, Flash und der ganze Rest

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Florian:
Die Kosten sind bei 6,5 Mio $ im Jahr gedeckelt. Das die Mozilla Foundation das nicht zahlen will, zumal der Codec nicht open source ist, ist verständlich.
Wenn nun aber Google argumentiert: „Klar, für uns ist das kein Problem, aber die kleinen Startups!“ muss ich lachen. Meinen sie die Startups, die Google dann schön billig aufkaufen kann?

Was eigene Produktionen angeht: Ist doch klar, dass bei der kommerziellen Veröffentlichung Patentgebühren fällig werden können. Soll Apple für jeden Film, bei dem irgendwie FCP eingesetzt wird, Lizenzgebühren abführen und wie sollte das geregelt und kontrolliert werden?
Ich denke so ist die Lizenz zu interpretieren. Nicht so, dass man überhaupt keine kommerzielle Filme schneiden darf. Das wäre ja auch komisch, denn das geschieht andauernd.

MacFlieger:

--- Zitat von: Florian am Februar 03, 2011, 13:44:12 ---Was eigene Produktionen angeht: Ist doch klar, dass bei der kommerziellen Veröffentlichung Patentgebühren fällig werden können. Soll Apple für jeden Film, bei dem irgendwie FCP eingesetzt wird, Lizenzgebühren abführen und wie sollte das geregelt und kontrolliert werden?
Ich denke so ist die Lizenz zu interpretieren. Nicht so, dass man überhaupt keine kommerzielle Filme schneiden darf. Das wäre ja auch komisch, denn das geschieht andauernd.

--- Ende Zitat ---

Nur weil andauernd gegen irgendwelche Lizenzen verstossen wird, heisst es ja nicht, dass die nicht existieren oder gültig sind.
Ich weiß es auch nicht genau, aber aus dem, was ich gelesen habe, scheint es so zu sein, dass man tatsächlich jedes Mal, wenn man eine Kamera oder Final Cut oder iMovie oder OS X oder Windows zur Erstellung von H264-Material für nicht private Zwecke nutzt, eine Lizenz abschliessen müsste.

Florian:

--- Zitat von: MacFlieger am Februar 03, 2011, 14:12:21 ---Nur weil andauernd gegen irgendwelche Lizenzen verstossen wird, heisst es ja nicht, dass die nicht existieren oder gültig sind.
--- Ende Zitat ---

Das stimmt. GIF kommt mir da in den Sinn. Aber erstens gilt die MPEG LA als recht klagefreudig, zweitens hat sie fast tausend Unternehmen als Lizenznehmer.

Die kleinen Fische werden aber wohl in Ruhe gelassen. Lohnt sich ja nicht.


--- Zitat ---Ich weiß es auch nicht genau, aber aus dem, was ich gelesen habe, scheint es so zu sein, dass man tatsächlich jedes Mal, wenn man eine Kamera oder Final Cut oder iMovie oder OS X oder Windows zur Erstellung von H264-Material für nicht private Zwecke nutzt, eine Lizenz abschliessen müsste.

--- Ende Zitat ---

Ich denke da hast Du etwas missverstanden.
Entscheidend ist die Veröffentlichung. Dann greifen für den Veröffentlicher die Lizenzbedingungen.

Ja, man kann nicht einfach mit Apple-Programmen H.264 benutzen und das Ergebnis vermarkten. Aber wer war je so weltfremd das zu glauben? Das Apple diese Kosten übernimmt? Steht eigentlich auch einigermassen verständlich in den Lizenzbedingungen der Apps. Natürlich darf man also kommerzielle Projekte bearbeiten. Nur der Broadcaster wird eben zur Kasse gebeten - der kann man natürlich auch selbst sein.
 
Gratis Online-Videos sind aber dauerhaft gebührenbefreit:
http://www.businesswire.com/news/home/20100825006629/en
Das gilt aber nur so lange sie nicht direkt bezahlt werden! Sie müssen kostenlos sein.

Man kann natürlich sagen: Ein sehr guter Grund für patentfreie Software. Stimmt ja auch. Nur leider behauptet die MPEG LA ja ständig die Open-Source-Projekte würde ihre Patente verletzten. Ob man also wirklich sicher ist, ist also die Frage. Aber meistens kann man ja eh nicht auf H.264 verzichten.

MacFlieger:
Wir schweifen ab. :)


--- Zitat von: Florian am Februar 03, 2011, 19:35:11 ---Aber erstens gilt die MPEG LA als recht klagefreudig, zweitens hat sie fast tausend Unternehmen als Lizenznehmer.
--- Ende Zitat ---

Medion war schon mal das Klageziel, allerdings wegen MPEG-2.


--- Zitat ---Die kleinen Fische werden aber wohl in Ruhe gelassen. Lohnt sich ja nicht.
--- Ende Zitat ---

Das löst die Problematik aber nicht, das ist das Prinzip Hoffnung.


--- Zitat ---Ja, man kann nicht einfach mit Apple-Programmen H.264 benutzen und das Ergebnis vermarkten. Aber wer war je so weltfremd das zu glauben?
--- Ende Zitat ---

Ich finde das gar nicht so weltfremd, dass man mit zunächst einmal davon ausgeht, dass man mit den Standardfunktionen eines Gerätes oder Software, welche definitiv nicht für Privatanwendung ausgelegt sind, auch problemlos kommerziell arbeiten kann. Dass da so Fallstricke drin sind, fällt für mich unter "unerwartete Klausel".


--- Zitat ---Gratis Online-Videos sind aber dauerhaft gebührenbefreit:
http://www.businesswire.com/news/home/20100825006629/en
Das gilt aber nur so lange sie nicht direkt bezahlt werden! Sie müssen kostenlos sein.
--- Ende Zitat ---

Nein, nur wenn sie gratis und unter 12 Minuten sind oder firmenintern verwendet werden.


--- Zitat ---Man kann natürlich sagen: Ein sehr guter Grund für patentfreie Software.
--- Ende Zitat ---

Nein, sehe ich nicht so. Kein Grund gegen das Patent. Die Probleme liegen ja nicht bei dem Patent, sondern bei der unklaren zukünftigen Lizenzsituation.

Interessant finde ich auch diesen Artikel:
http://www.photoscala.de/Artikel/Filmen-mit-H264-kommt-gut-kann-teuer-kommen

Auch dort kommen die zu dem Schluss, dass bereits das Aufnehmen und Abspielen von H264-Videos in Profi-Kameras/-Software nur für private Zwecke erlaubt ist. Denn der Hersteller hat nur eine derartige Lizenz für dieses Gerät erworben.

Florian:

--- Zitat von: MacFlieger am Februar 04, 2011, 09:27:17 ---Das löst die Problematik aber nicht, das ist das Prinzip Hoffnung.
--- Ende Zitat ---

Habe auch nicht behauptet, es würde das Problem lösen.


--- Zitat ---Ich finde das gar nicht so weltfremd, dass man mit zunächst einmal davon ausgeht, dass man mit den Standardfunktionen eines Gerätes oder Software, welche definitiv nicht für Privatanwendung ausgelegt sind, auch problemlos kommerziell arbeiten kann. Dass da so Fallstricke drin sind, fällt für mich unter "unerwartete Klausel".
--- Ende Zitat ---

Es geht aber nicht um das Programm, sondern um den verwendeten Codec. Deshalb verstehe ich die Verwunderung nicht. Jeder, der sich mit professionellem Video beschäftigt, kennt die Thematik, behaupte ich mal. Die Irritation kommt von Bloggern, die Videos einstellen und wird in Online-Foren übersteigert zur Panik. Was? Ich muss 2500 $ zahlen, wenn ich H.264 auf meine kleine Webseite stelle? Usw.


--- Zitat ---
--- Zitat ---Gratis Online-Videos sind aber dauerhaft gebührenbefreit:
http://www.businesswire.com/news/home/20100825006629/en
Das gilt aber nur so lange sie nicht direkt bezahlt werden! Sie müssen kostenlos sein.
--- Ende Zitat ---

Nein, nur wenn sie gratis und unter 12 Minuten sind oder firmenintern verwendet werden.
--- Ende Zitat ---


Was heißt da nein? Ich habe wenn dann nur die 12 Minuten nicht erwähnt, weil ich fand sie in den Originaldokumenten nicht. Habe ich es übersehen? Oder zitierst Du andere Quellen?



--- Zitat ---Nein, sehe ich nicht so. Kein Grund gegen das Patent. Die Probleme liegen ja nicht bei dem Patent, sondern bei der unklaren zukünftigen Lizenzsituation.
--- Ende Zitat ---

Die Unklarheit ist das eine. Vor allem passte es den Leuten aber nicht, überhaupt jemals etwas bezahlen zu müssen - da liegt der Hase im Pfeffer.
Und doch, es ist ein Grund, patentfreie Software zu nutzen, wenn man das nicht will.
Ja, Patentsprache ist komischerweise immer sehr kompliziert. Und ja, die Lizenzvergeber könnten sich sehr viel klarer ausdrücken. Noch ein Grund, sich nicht darauf einzulassen.

Andererseits ist es nun mal Industriestandard, und die sind auch wichtig.


--- Zitat ---Auch dort kommen die zu dem Schluss, dass bereits das Aufnehmen und Abspielen von H264-Videos in Profi-Kameras/-Software nur für private Zwecke erlaubt ist. Denn der Hersteller hat nur eine derartige Lizenz für dieses Gerät erworben.

--- Ende Zitat ---

Dort steht ganz unten:
„In kurzen deutschen Worten: Endnutzer dürfen den Codec für den privaten Gebrauch ohne Weiteres nutzen (wie es so ja auch in allen Lizenzbestimmungen steht). Wer allerdings als Endnutzer AVC-Produkte oder -Videos verkauft, muss lizenzieren, wobei gegebenenfalls Lizenzkosten anfallen können.“

Zum anderen ist es doch fast schon Panikmache, zu behaupten Privatfilmer, die nicht mal im Internet veröffentlichen, seien irgendwie gefährdet, zur Kasse gebeten zu werden. Wer soll das denn kontrollieren?
Für alle Seiten macht es nur Sinn, eine Veröffentlichung zu „besteuern“.

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