ausblenden > Talk

USA Reisen: Durchsuchen von Laptops

(1/14) > >>

Chucky:
Wenn ich mir den unten verlinkten Artikel durchlese, frage ich mich, für wie blöd die Amis den Rest der Welt halten? Ich denke hier nur an Geschäftsleute, die halt mit Notebooks um den Globus flitzen müssen.
Ich halte es generell für eine sehr gefährliche Entwicklung. Wo führt das Theater hin? Muss ich bald auch meinen iPod durchsuchen lassen? Vor zwei Jahren war das einreisen mit einem Notebook in die USA noch problemlos.

ORF-FutureZone

warlord:
Habe mich neulich schon über einen ganz ähnlichen Artikel bei Maclife etwas genervt. Halt das für etwas unreflektierte Panikmache. Daran ist nämlich ganz und gar nichts neues.

Seit eh und je pflegen Länder an ihren Grenzen Waren darauf hin zu überprüfen, dass sie den Gesetzen und Vorschriften des Landes entsprechen. Und ja, die Privatsphäre wird bei einer solchen Überprüfung in gewissem Masse verletzt. Und ja, das kann mehr oder weniger unangenehm sein. Es mag dem Reisenden z.B. unangenhm sein, wenn der Zöllner bei der Kontrolle des Koffers auf die mitgeführten Handschellen stösst. Und es mag ihm unangenhem sein, wenn er bei der Kontrolle des Laptops auf die Pornobildchen stösst. Wo aber bitte liegt der Unterschied? Was macht den Laptop heiliger als den Koffer?

Florian:
Das man auf dem Rechner heutzutage quasi sein gesamtes Leben hat? Von sexuellen Vorlieben, medizinischen Problemen, Bankdaten bis Konsumverhalten?
Die Handschellen im Koffer halte ich ehrlich gesagt für an den Haaren herbeigezogen, um zwangsweise einen Vergleich herzustellen.
Du und ich würden vielleicht nicht mit einem so bestückten Rechner verreisen, viele Leute haben aber nur einen oder machen sich einfach keine Gedanken bis es dann soweit ist.

Bei den Geschäftsleuten frage ich mich aber auch, wo der große Unterschied ist. Früher wurden die Koffer doch auch geöffnet und fleißig kopiert. Das war nun wirklich kein Geheimnis. Und nicht nur in den USA. Blaupausen sowieso.
Ergo versuchte man, sich anders auszutauschen und das ist ja heutzutage wirklich einfacher als damals.

warlord:

--- Zitat von: Florian am Juni 17, 2008, 16:24:31 ---Von sexuellen Vorlieben, medizinischen Problemen, Bankdaten bis Konsumverhalten?
--- Ende Zitat ---
Das alles kriege ich als Zöllner auch bei "nicht-virtuellen" Kontrollen mit. Und zwar fast unvermeidlich in stärkerem Masse als bei einem Blick in einen Laptop.

radneuerfinder:
Ich halte das auch für unlogisch, daß ein Grenzbeamter ein Tagebuch durchblättern darf, und wahrscheinlich (ich kenne die Vorschriften an der deutschen, oder amerikanischen Grenze nicht) auch eine Photokopie (vom Anschlagplan :P) anfertigen. Warum soll es Black Boxes geben, wo der Staat das nicht darf?

Aber es gibt durchaus eine neue Qualität. Und die liegt

1. darin, daß man per Klapprechner typischer weise viel mehr Privates rumträgt, als ohne. Selber schuld könnte man sagen. Aber sollte sich ein bürgerfreundlicher Staat hier nicht dem Bürger (dem Souverän, also dem Chef ;)) anpassen und darauf Rücksicht nehmen?

2. in der Menge. Nicht mehr einzelne Seiten - bei Verdacht - werden kopiert, sondern es werden vorsorglich - ohne konkreten Verdacht - alle Dokumente in Kopie aufgehoben. Und das vermutlich bei einer stark gestiegenen Anzahl von Personen. Mit technischem Fortschritt und sinkenden Kosten droht ein weiterer drastischer Anstieg der vorsorglich, d. h. zu einem großen Teil überflüssig, erfassten Daten.

3. in der elektronischen Erfassung. Das macht Daten, die früher als zu viel, oder überflüssig gegolten hätten erst handhabbar. Das weckt Begehrlichkeiten, ob legal oder illegal. Ich weiß nicht, ob die NSA bereits jetzt ihre Suchmaschinen auf die Images von [beliebige Zahl] % der eingereisten LaptopPlatten loslassen kann, aber das wäre ein Beispiel für die Gefahr dabei und für das Neue.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Antwort

Zur normalen Ansicht wechseln