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Der Pfundsstück-Thread
Florian:
Bin ja schon Kampfsport/Kunst-affin (nur noch als Betrachter), aber was ist eigentlich die (wohl) älteste, noch praktizierte Kampfkunst? Kung Fu? Nein.
Kalaripayattu!
Diese südindische Kampfkunst gibt es in zwei Varianten. Der nördliche Stil ist der spektakulärere. Es ist auch nicht nur eine Kampfkunst, die Meister sind auch traditionell ausgebildete Ärzte und so fungiert der Trainingsraum auch als Ayurverda-Praxis.
Der südliche Stil, ist eher standfest, laut Wikipedia.
Im Norden wird dagegen mehr gesprungen, gekauert, und irgendwie sieht das fast aus wie in diesen übertriebenen, Pseudo-Springereien vieler Hong-Kong-Filme. Ist aber nicht so, mit diesem Kampfstil hatten die Briten derartige Probleme, dass er verboten wurde. Es wird nämlich auch an traditionellen Waffen trainiert (Stock, Dolch, Schwert und Schild usw.).
Jedenfalls faszinierend, für mich ein (P)Fundstück.
Interessantes Video der BBC, natürlich auf Englisch. Einfach Untertitel aktivieren.
https://www.bbc.com/reel/video/p0c7trtc/kalaripayattu-india-s-martial-art-and-the-world-s-oldest
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalarippayat
Viel ausführlicher, wie fast immer, der englischsprachige Artikel:
https://en.wikipedia.org/wiki/Kalaripayattu
fränk:
Erinnert mich an Capoeira, mehr Tanz, als Kampf.
Florian:
Nö.
Wie gesagt, damit wurde sogar Krieg/Aufstand gegen die Briten geführt und gewonnen. Auch mit Metallwaffen. Das Ganze ist uralt und in den Hinduismus und traditionelle Werte eingebunden usw. Die Bewegungen sind eigentlich auch ganz anders. Natürlich ist im Training alles standardisiert und mit angezogener Handbremse.
Allerdings ist Capoeira auch nur heute zu einem, ja ziemlich eingeengten, Kampftanz geworden, wo die Musik eine große Rolle spielt. Es war einst für den ernstgemeinten Straßenkampf und die Ursprüngen liegen bei den afrikanischen Sklaven. Es war, wie Kalaripayattu auch eine ganze Zeit lang verboten. Es gab sogar Zwangsverpflichtungen durch die Portugiesen.
Möchte so oder so keinen Highkick abbekommen. :)
fränk:
--- Zitat von: Florian am Mai 19, 2023, 23:25:14 ---Möchte so oder so keinen Highkick abbekommen. :)
--- Ende Zitat ---
Auch keinen untenrum.
Florian:
Tiefschläge sind heutzutage fast überall verboten, trotz Tiefschutz. Alles Luschis! ;)
Low Kicks an die Haxen kann man nach ein paar Jahren Abhärtung ganz gut vertragen oder auch abmildern (durch Meid-Bewegung). In den frühen Jahren des K1, als Boxer ohne Umschulung oder Bodybuilder gegen Kickboxer oder Muay-Thai-Kämpfer antraten um die japanischen Zuschauer zu unterhalten, gab es da viele KOs, weil sie nach zwei Kicks auf den Schenkel nicht mehr laufen konnten. Insofern reicht es auch für Normalbürger.
Unter trainierten Kämpfern sind solche Knock-Outs eher selten und dienen eher der Ermüdung. Kann natürlich schon mal sein, dass man so satt trifft oder eine üble Stelle, dass der Gegner nur noch hinken kann. Das ist dann auch meist der Anfang vom Ende.
Leider, leider hat das MMA dem Kickboxen und anderen Kampfsporten den Rang abgelaufen. Das finde ich zum Zuschauen einfach nicht schön. Der ganze Bodenkampf ist einfach nicht mein Ding, zumal da oft die ganze Runde fast nichts passiert, weil die Kämpfer sich neutralisieren. Am Ende gewinnt dann der, der länger oben stand, es reicht also im Endeffekt den Gegner umzuwerfen und zu kontrollieren. Klar, Insider begeistern die Hebelgriffe und Meidbewegungen usw. vielleicht, kann ich aber nicht nachvollziehen.
Sicher darf man auch schlagen und kicken, aber das ist meist nur Vorgeplänkel. Ist auch besser, weil mit diesem Handschutz/Minipolster gäbe es ja sofort Cuts... das ist auch der einzige Grund für die Erfindung der Boxhandschuhe, nicht der Schutz des Gehirns oder sonst was.
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