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Geschäftszahlen 1.Quartal: Natürlich neue Rekorde

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MacFlieger:

--- Zitat von: mathias am Januar 24, 2008, 00:51:40 ---EIne Firma -egal, ob ein neues oder ein schon existierendes Unternehmen- braucht, wie von mbs schon erklärt, Kapital für neue Investitionen, um am Markt erfolgreich zu sein. Also muß man sich Investoren suchen, die das Geld, das man braucht, zur Verfügung stellen können. Als Gegenleistung erhält jeder Investor einen Anteil an dem Unernehmen - Aktien.
--- Ende Zitat ---

Das ist klar. Eine Firma kann so Geld bekommen und der Geldgeber ist natürlich an einer Vermehrung interessiert. Die Firma selber ist aber nur bei Neuausgaben von Aktien beteiligt, oder? Von dem ganzen Aktienhandel später ist bekommt die Firma doch gar nichts. Sprich, ob die Aktien hoch oder niedrig ist, könnte denen völlig egal sein. Ausser natürlich man möchte später erneut Aktien ausgeben und muss natürlich dafür Käufer finden.

Aber trotzdem verstehe ich da immer noch etwas nicht:
Eine Firma gibt Aktien aus, um Geld zu bekommen. Die Geldanleger wollen natürlich ihre Geldanlage vermehren.
1. Die Firma könnte eine Dividende (quasi als Gewinnbeteiligung) versprechen. Das verstehe ich. Der Anleger muss also abschätzen, ob die Gewinnerwartung/Dividende realistisch ist. In diesem Fall wäre auch ein konstanter Gewinn (also 0% Wachstum!) durchaus interessant.
2. Die Firma gibt keine Dividende (wie Apple) und verspricht, dass die Aktie an (imaginärem) Wert zulegt. Der Aktienwert spiegelt die Bereitschaft von anderen wieder, eine Aktie später zu einem gewissen Betrag zu kaufen. D.h. der Erstkäufer kann nur dann Gewinn machen (höherer Aktienwert), wenn später jemand bereit ist, noch mehr dafür zu zahlen. Es ist aber nur jemand dazu bereit, wenn er glaubt Gewinn machen zu können, d.h. das er glaubt, einen Dritten zu finden, der noch mehr zahlen will. usw. usf. Bei dieser ganzen Steigerungssache sehe ich eigentlich nirgendwo die Firma selber und ihre Zahlen richtig beteiligt.

Man merkt sicher, dass ich von der Thematik echt wenig bis keine Ahnung habe, oder? Ich schreibe einfach nur, wie ich mir das zusammen reime. Wäre schon, wenn ihr mich gerade beim zweiten Teil belehren könntet.

warlord:

--- Zitat von: MacFlieger am Januar 24, 2008, 09:16:14 ---Das ist klar. Eine Firma kann so Geld bekommen und der Geldgeber ist natürlich an einer Vermehrung interessiert. Die Firma selber ist aber nur bei Neuausgaben von Aktien beteiligt, oder? Von dem ganzen Aktienhandel später ist bekommt die Firma doch gar nichts. Sprich, ob die Aktien hoch oder niedrig ist, könnte denen völlig egal sein. Ausser natürlich man möchte später erneut Aktien ausgeben und muss natürlich dafür Käufer finden.
--- Ende Zitat ---
Na ja, die Aktionäre sind ja die Eigentümer der Firma. Insofern kann es der Firma bzw. dem Management natürlich schon nicht ganz egal sein, was die Aktionäre wollen. Und einige (oder viele) davon sind halt primär daran interessiert, dass die Aktie steigt. Was irgendwie eigentlich schon etwas krank ist.


--- Zitat ---Der Aktienwert spiegelt die Bereitschaft von anderen wieder, eine Aktie später zu einem gewissen Betrag zu kaufen. D.h. der Erstkäufer kann nur dann Gewinn machen (höherer Aktienwert), wenn später jemand bereit ist, noch mehr dafür zu zahlen. Es ist aber nur jemand dazu bereit, wenn er glaubt Gewinn machen zu können, d.h. das er glaubt, einen Dritten zu finden, der noch mehr zahlen will. usw. usf. Bei dieser ganzen Steigerungssache sehe ich eigentlich nirgendwo die Firma selber und ihre Zahlen richtig beteiligt.
--- Ende Zitat ---
Ich glaube, da liegst Du gar nicht so falsch. Ich denke auch, dass der Aktienkurs mehr von den Erwartungen der Mehrheit der Anleger in die Kursentwicklung der Aktie abhängt, als von tatsächlichen Kennwerten der Firma. Letztere können zwar natürlich diese Erwartungen beeinflussen. Aber eine direkte Korrelation zwischen Aktienkurs und Kennwerten besteht nicht.

Florian:

--- Zitat von: MacFlieger am Januar 24, 2008, 09:16:14 ---Das ist klar. Eine Firma kann so Geld bekommen und der Geldgeber ist natürlich an einer Vermehrung interessiert. Die Firma selber ist aber nur bei Neuausgaben von Aktien beteiligt, oder? Von dem ganzen Aktienhandel später ist bekommt die Firma doch gar nichts. Sprich, ob die Aktien hoch oder niedrig ist, könnte denen völlig egal sein. Ausser natürlich man möchte später erneut Aktien ausgeben und muss natürlich dafür Käufer finden.
--- Ende Zitat ---

Oft behält die Firma ja Anteile, die dann entweder nach und nach an den Markt gegeben werden, oder Managern oder (hoffentlich auch) Mitarbeitern überlassen werden. Oder sie werden eben gehalten, etwa 51%, um die Mehrheit der Stimmrechte zu behalten.
Zum anderen sitzen Großaktionäre - meist sind das eher Vertreter institutioneller Anleger, etwas von großen Fonds oder Banken als der Ölscheich - ja oft im Aufsichtsrat und beeinflussen auch auf andere Weise den Vorstand und damit die Unternehmensentscheidungen.

Zum anderen macht ein niedriger Aktienkurs natürlich anfällig für Übernahmen, falls die Mehrheit der Stimmrechte im Handel ist. Womöglich durch einen Hedge Fond, dessen Manager sich am meisten Rendite von einer Zesrchlagung des Unternehmens versprechen.

Noch ein Faktor ist das Image.

Egal kann es also wirklich nicht sein.


--- Zitat ---Aber trotzdem verstehe ich da immer noch etwas nicht:
Eine Firma gibt Aktien aus, um Geld zu bekommen. Die Geldanleger wollen natürlich ihre Geldanlage vermehren.
1. Die Firma könnte eine Dividende (quasi als Gewinnbeteiligung) versprechen. Das verstehe ich. Der Anleger muss also abschätzen, ob die Gewinnerwartung/Dividende realistisch ist. In diesem Fall wäre auch ein konstanter Gewinn (also 0% Wachstum!) durchaus interessant.
--- Ende Zitat ---

Ja, wenn denn der Gewinn auch entsprechend weitergegeben wird, was aber stets der Vorstand entscheidet, zum anderen geht man bei Verlust natürlich leer aus.
Es ist aber ein Irrglaube, daß es so etwas wie eine Stabilität ohne Wachstum gibt. Wächst das Unternehmen nicht mindestens im Branchenschnitt, fällt es zurück und der Gewinn wird auf Dauer kaum zu halten sein.


--- Zitat ---2. Die Firma gibt keine Dividende (wie Apple) und verspricht, dass die Aktie an (imaginärem) Wert zulegt.
--- Ende Zitat ---

Wieso imaginär? Die Aktie hat den Wert, genauso wie ein Geldschein. Man muss ihn halt nur realisieren und kann die Aktie nicht im Geschäft einlösen, sondern muss erst in einem speziellen Laden verkaufen.


--- Zitat --- Der Aktienwert spiegelt die Bereitschaft von anderen wieder, eine Aktie später zu einem gewissen Betrag zu kaufen.
--- Ende Zitat ---

Nein, es ist einfach der Preis, der zur Zeit geboten wird.


--- Zitat --- D.h. der Erstkäufer kann nur dann Gewinn machen (höherer Aktienwert), wenn später jemand bereit ist, noch mehr dafür zu zahlen. Es ist aber nur jemand dazu bereit, wenn er glaubt Gewinn machen zu können, d.h. das er glaubt, einen Dritten zu finden, der noch mehr zahlen will. usw. usf. Bei dieser ganzen Steigerungssache sehe ich eigentlich nirgendwo die Firma selber und ihre Zahlen richtig beteiligt.
--- Ende Zitat ---

Siehe oben.
Natürlich, gibt die Firma 100% der Anteile aus, verdient sie hinterher nicht an Kurssteigerungen.


--- Zitat von: warlord am Januar 24, 2008, 10:06:27 ---Und einige (oder viele) davon sind halt primär daran interessiert, dass die Aktie steigt. Was irgendwie eigentlich schon etwas krank ist.
--- Ende Zitat ---

Wieso krank? Natürlich kann man es mit der Gier nach Rendite übertreiben, aber den Menschen will ich sehen, der gerne Geld an Fremde gibt, ohne Zinsen.
Die Aktie konkurriert ja schließlich auch mit anderen Anlageformen. Wenn man nun mit Aktien das Risiko höherer Schwankungen eingeht, ist es nur gerecht, daß die Rendite höher ausfällt.


--- Zitat ---Ich glaube, da liegst Du gar nicht so falsch. Ich denke auch, dass der Aktienkurs mehr von den Erwartungen der Mehrheit der Anleger in die Kursentwicklung der Aktie abhängt, als von tatsächlichen Kennwerten der Firma. Letztere können zwar natürlich diese Erwartungen beeinflussen. Aber eine direkte Korrelation zwischen Aktienkurs und Kennwerten besteht nicht.

--- Ende Zitat ---

Ja, daß ist oft der Fall, wobei konservative Anleger und Fondsmanager mit langfristigem Engagement natürlich schon ganz anders entscheiden als die kurzfristig denkenden Spekulanten. Langfristig ist ihr Einfluss aber gering, und wenn man mal an die Altersvorsorge denkt, geht meines Erachtens kein Weg daran vorbei, auch Aktien(fonds) mit einzuplanen.
Überhaupt bin ich der Meinung das auch die Zurückhaltung der Deutschen in Sachen Aktien einen großen Einfluß darauf hat, daß so viele Leute so wenig Rücklagen haben und in Zukunft leider massive Altersarmut zu befürchten ist.

warlord:

--- Zitat von: Florian am Januar 24, 2008, 10:45:10 ---Wieso krank? Natürlich kann man es mit der Gier nach Rendite übertreiben, aber den Menschen will ich sehen, der gerne Geld an Fremde gibt, ohne Zinsen.
Die Aktie konkurriert ja schließlich auch mit anderen Anlageformen. Wenn man nun mit Aktien das Risiko höherer Schwankungen eingeht, ist es nur gerecht, daß die Rendite höher ausfällt.

--- Ende Zitat ---
Wenn ich unsere grundsätzlichen politischen Ansichten berücksichtige, muss ich jetzt doch etwas über uns grinsen.  ;) Der "Zins" der Aktie wäre eigentlich die Dividende.  Käme ihr gegenüber dem Aktienkurs wieder eine höhere Bedeutung zu, wäre das IMO in vielerlei Hinsicht "gesünder".

Edit: Einfügung blau

Dale:
Oftmals wird vermittelt das Anleger alleine aus Habgier oder Furcht Aktienhandel betreiben, ohne tatsächlich "harte Fakten" zu haben auf Grund derer Sie entscheiden können. Aber ganz so ein Glücksspiel ist es nun auch wieder nicht. Wenn ein Anleger oder Fondsmanager seriös vorgeht dann wird er sich nicht nur darauf verlassen welche zukünftige Entwicklung er von einer Gesellschaft erwartet, da er diese ja nur mehr oder weniger gut schätzen kann, sondern auch die Geschäftsberichte durchlesen.

In diesen Geschäftsberichten muss eine Gesellschaft Rechenschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr (in  anderen Ländern manchmal auch Quartal) ablegen, damit die Anteilseigner eine zusätzliche Basis haben auf der sie die Gesellschaft einschätzen können. Damit kann auch die Gesellschaft nach außen kommunizieren wie erfolgreich gehandelt wurde und auch wie die strategische Ausrichtung für die Zukunft aussieht.

Das Muss ist deshalb so wichtig, auch wenn viele Gesellschaften freiwillig sehr viel mehr Auskunft geben als notwendig, so ist das Ganze dennoch eine gesetzliche Verpflichtung. In Deutschland z. B. im HGB (Handelsgesetzbuch) geregelt. In Amerika von der SEC (United States Securities and Exchange Commission). Die SEC soll sicherstellen das Gesellschaften Informationen die für die Anleger wichtig sein könnten veröffentlicht. Hier zu schumeln hat ernste Konsequenzen für die Gesellschaften. Apple z.B. hat/hatte übrigens auch schon mal Schwierigkeiten mit der SEC. Und in Deutschland wurde eine Klage angestrebt als herauskam das die Telekom im Geschäftsbericht (und im Börsenprospekt) ihre Immobilienwerte unrealistisch hoch bewertet hatte, und somit eine Täuschung der Anleger bestand.

Diese Geschäftsberichte nutzen die Gesellschaften um (wenn möglich) ein positives Bild ihrer Gesellschaft und deren Zukunft zu vermitteln, und hoffen natürlich damit den Kurs zu beeinflussen.

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