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Bankenkrise

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radneuerfinder:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/deutschland-wirtschaftsweise-gegen-den-rest-der-welt-kolumne-a-1152352.html

Florian:
Mag ja alles sein, aber jetzt mal ehrlich: Wenn Schäuble plötzlich 20 Mrd. in die Infrastruktur steckt, würde das was am Handelsüberschuss ändern?
Ich weiß es nicht, aber:
a) Wäre das doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein
b) Wo sind die Handwerker und Bauarbeiter dafür? Bekannte von mir jedenfalls können heuer nicht anbauen, weil sie keine bekommen. Und das war schon im Januar klar.
c) Wird das dann mit Zuzug aus dem Ausland gelöst, hat das positive oder negative Auswirkungen auf die Leistungsbilanz? Die konsumieren ja auch hier, aber schicken auch Geld in die Heimat.
d) Wer sagt denn, dass dadurch nennenswert Güter importiert würden?

An den Zinsen kann Deutschland nichts machen, Lohnpolitik geht vielleicht im öffentlichen Dienst, aber sonst nicht.

Bleibt eine massive Steuersenkung, doch würden die Deutschen das Geld dann ausgeben oder bunkern? Und wenn die nächste Krise eh kommt, sind solche Schritte am Ende nicht gefährlich?

Ich wäre schon dafür, es zu probieren:
- Mehr Investitionen, v.a. in Forschung und Bildung, aber auch - soweit eben möglich - in die Infrastruktur
- Maßvolle Steuersenkung oder besser niedrigere Sozialabgaben. Mein Favorit wäre aber die Mehrwertsteuer.
- Anreize an die Wirtschaft zum Investieren.

Zum dritten Punkt: Trotz boomender Gewinne investiert die deutsche Wirtschaft kaum.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/konjunktur-deutschland-spart-sich-sein-wachstum-kaputt-1.3541455

So, und hier wird gewarnt, die deutsche Wirtschaft drohe heißzulaufen:
http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/konjunktur-kieler-wirtschaftsinstitut-warnt-vor-konjunktur-ueberhitzung-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170615-99-859574

radneuerfinder:
Nur eine schnelle Anmerkung zu später Stunde.


--- Zitat von: Florian am Juni 16, 2017, 19:26:48 ---Lohnpolitik geht vielleicht im öffentlichen Dienst, aber sonst nicht.

--- Ende Zitat ---

Für die Regierung, für den Staat fallen mir auf die Schnelle folgende politische Einwirkungsmöglichkeiten auf das Lohnniveau ein:

- Auf die beteiligten Akteure einwirken. Beispiel: Bündnis für Arbeit
- an den Lohnnebenkosten schrauben
- durch Gesetze einen Niedriglohnsektor ermöglichen
- einen gesetzlichen Mindestlohn einführen
- Die Lohnverhandungspositionen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern (gesetzlich) neu gewichten

Florian:
So gesehen schon, aber das meinte ich anders. Jetzt dem Gros der Leute den Lohn erhöhen, so das es messbare Effekte auf den Konsum und die Leistungsbilanz hätte, scheint mir unmöglich und selbst wenn es möglich wäre, was würde das bedeuten? Endlich ordentlich Inflation, aber keine Möglichkeit, die Zinsen zu erhöhen?

Es ist eben alles nicht so einfach.

radneuerfinder:
Ja es ist sauschwer. Das menschliche Hirn ist für nichtlineare Zusammenhänge einfach nicht gemacht, wie ich unlängst schon beklagt habe. Ich fürchte aber, derartige Wirtschaftskreisläufe mit menschengemachten dynamischen Wechselwirkungen sind für uns sehr lebensbestimmend aber nicht unbedingt selbstregulierend:

--- Zitat von: Florian am August 06, 2015, 22:18:50 ---Bankenkrise->Wirtschaftskrise->Eurokrise

--- Ende Zitat ---

Hier wurde (2011) versucht zu ergründen, was höhere Löhne bewirken könnten:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=11454:


(Und hier gäbe es eine unterhaltsame Analyse, was zu niedrige Löhne bewirken:
https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-16-mai-2017-100.html)

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