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Re: Bankenkrise
Antwort #645: Juli 06, 2015, 14:36:13
Ich möche nachfragen was mit den verabreichten Hilfen geschah?

Laut Sinn (IFO-Institut) summieren sich die Kredite der letzten 5 Jahre (inklusive Targetschulden .....

Danke, schon sehr hilfreich, interessant und informativ.

Jochen
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Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.
Re: Bankenkrise
Antwort #646: Juli 06, 2015, 14:42:02
Die Antworten brauchen ja nicht erläutert werden, Ein Ja oder Nein langt schon.

Du meinst auf solche Fragen:
Weiss jemand genau wie die Einkommen-Steuer von Angestellten und Selbständigen erhoben wird?

oder
Ich möchte wissen ob bei den Angestellten die Einkommensteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung (sofern es das alles gibt) ähnlich wie bei uns monatlich direkt vom Gehalt abgezogen wird.

oder
Ich möchte wissen ob bei den Beamten die Einkommensteuer, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung

oder
Was ist bei den Angestellten / Beamten unterschiedlich bzgl. Abgaben.

Sollen wir erst einmal mit ja oder nein antworten und entscheidest dich dann, wie's weiter geht?

Nö, auf diese Antwortvorgaben habe ich keinen Bock.
Re: Bankenkrise
Antwort #647: Juli 06, 2015, 14:44:07
@fränk

Danke für feedback.

Jochen
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Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.
Re: Bankenkrise
Antwort #648: Juli 06, 2015, 15:42:00
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Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Bankenkrise
Antwort #649: Juli 06, 2015, 18:26:56
Also erstmal danke, dass hier bei uns solche Themen nicht in Glaubenskriege ausarten.

Mein Senf:

- Vollstes Verständnis für beide Lager in Griechenland. Man kann sich ja hinein versetzen. Das ~40% unter diesen Umständen mit Ja votierten, ist schon überraschend.

- Ja, die Griechen haben es selbst verbockt. Und die damaligen „Kontrolleure“ auch. Heute ist der Stand des Wissens so, dass die noch recht frische Schröder-Regierung den deutschen Kurs Richtung den eifrig werbenden Griechen geändert habe. Nun kann man aber mal überlegen, ob eine Kohl-Regierung es anders gemacht hätte, denn die anderen Länder hatte Griechenland ja schon überzeugt - nicht finanziell, aber politisch.
Man hatte einfach nicht auf dem Plan, wie teuer das werden würde.
Ebenfalls Schröder/Eichel haben zusammen mit Chirac damals die Maastricht-Kriterien mehrere Jahre hintereinander verletzt und dann durchgesetzt, dass man straflos blieb. Ein unseliger Präzedenzfall.
 
Schuld sind also viele. Aber was nützt das heute?
Überhaupt ist die moralische Komponente von Schulden in Deutschland schon besonders oft Mittelpunkt der Diskussion. Schon die Wörter Schuld und Schulden. Man muss sich aber mal überlegen, dass ohne Schulden schon lange nichts mehr ginge, fast nirgendwo.

- radneuerfinder schrieb ganz zurecht, dass die anderen Länder keine Geschenke sondern Kredite ausgaben.
Nun ist aber die Frage, inwiefern man bei einem Kredit auf Rückzahlung hoffen kann. Im Endeffekt tarnte man Hilfszahlen (verbotener Bail Out!) als Kredite, denn das man nicht nur verlängert (auch schon ein Geschenk), sondern zumindest teilweise auch abschreiben werden muss, war doch Allgemeinwissen.
Das man sich nun wie verrückt gegen einen Schuldenschnitt stemmt, ist nur Theater für die Wähler daheim. Und natürlich extreme Enttäuschung und das Wissen, dass ein solcher Cut dauerhaft auch nichts bringt.

Und wie gesagt, private Investoren haben bis heute schon auf über 100 Mrd. Euro verzichtet/verzichten müssen. „Freiwillig.“

- Wie schlecht geht es den Griechen?
Schwer zu beantworten, da alle Zahlen teilweise extrem varrieren. So ist die Durchschnittsrente z.B. gar nicht so klar. Eins aber schon: Sie ist sehr viel höher als beispielsweise die lettische. Darüber berichten hier keine Sau, ist das nicht auch ein Skandal?
Schlimme, sehr schlimme Fälle gibt es in Griechenland natürlich viel zu oft, viel öfter als bei uns, aber öfter als in Ungarn? Siehe auch das Thema Roma und Diskriminierung, Verelendung. 

- Werden die Griechen ungerecht behandelt?
Klares Nein! Andere Länder hatten noch viel schlimmere Einschnitte und sind dadurch aber zumindest halb über dem Berg. Von Portugal bis zum Baltikum. Entsprechend bedient von den letzten Äußerungen aus Athen sind denn auch diese hoffentlich erfolgreich sanierten Länder.
Scheibchenweise kürzen ist sowieso das dümmste. Lieber schnell und hart und Hoffnung wecken anstatt die Erwartung immer neuer Kürzungsorgien.


« Letzte Änderung: Juli 06, 2015, 18:33:04 von Florian »
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Zitat von: Sledge Hammer
Vertrauen sie mir - Ich weiß, was ich tue!
Re: Bankenkrise
Antwort #650: Juli 06, 2015, 18:50:51
Also erstmal danke, dass hier bei uns solche Themen nicht in Glaubenskriege ausarten.

Mein Senf:

- Vollstes Verständnis für beide Lager in Griechenland. Man kann sich ja hinein versetzen. Das ~40% unter diesen Umständen mit Ja votierten, ist schon überraschend.



So wie ich das Referendum gelesen und verstanden habe:
NEIN zu den "Spardiktatur" der "Geldgeber"
JA zu der "Spardiktatur" der "Geldgeber"

Vereinfacht ausgedrückt.

Insoweit ist das NEIN verständlich.

Nur folgt aus dem NEIN kein mir bekannter Vorschlag was statt dessen gemacht werden soll.

Jochen
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Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Bankenkrise
Antwort #651: Juli 07, 2015, 09:53:00
Das hast Du schon richtig verstanden, dass ist ja auch ein Problem dieser Volksbefefragung. Aber natürlich wurde das begleitet mit viel Getöse von beiden Seiten, da schwangen also ganz andere Sachen mit.
Oxi ist auch nicht nur irgendein Wort in Griechenland, wenn es um das Ausland geht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ochi-Tag
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Zitat von: Sledge Hammer
Vertrauen sie mir - Ich weiß, was ich tue!
Re: Bankenkrise
Antwort #652: Juli 08, 2015, 13:04:13
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Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.
Re: Bankenkrise
Antwort #653: Juli 08, 2015, 13:29:38
Re: Bankenkrise
Antwort #655: Juli 16, 2015, 08:52:49
Evtl. bekannt?

http://www.vox.com/2015/7/7/8901837/greek-incomes

Jochen

Sehr gute Statistik, danke für den Link! Interessanterweise ist ja die Einkommensungleichheit in Griechenland seit dem Jahr 2005 gefallen. Die reichsten 10% scheint die Krise besonders zugesetzt zu haben.
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"To achieve, you need thought. You have to know what you are doing and that's real power." (Ayn Rand)

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Bankenkrise
Antwort #657: August 02, 2015, 19:43:03
Nur ist die Schuldenlast von Griechenland gar nicht das große Problem. Heuer und nächstes Jahr ist es kritisch, dann sind es eher geringe und kalkulierbare Zahlungen. Ein Rückkehr an den freien Finanzmarkt müssen sie ja nicht eingehen, dass hat man auf Jahrzehnte vertagt, wenn Griechenland es so will.

Historische Vergleiche sind selten zielführend, komisch das jetzt immer noch mehr auftauchen. Und das z.B. Russland wegen des nicht erfolgten Schuldenschnitts nach Ende der UDSSR in nationalistische Aufwallungen gebracht wurde, ist ja nun wirklich eine viel zu einfache und m.E. auch falsche Theorie - Russland in den frühen 90ern war nicht nationalistisch, eher die anderen Völker des untergehenden Imperiums. Aber war das wegen der Auslandsschulden? Und es gar mit dem Deutschland der 1930er zu vergleichen, ist ja wohl nur noch falsch. Auch geht es massiv Richtung Verharmlosung, wenn man Hitler immer wieder allein mit der Wirtschaftslage erklärt! Das ist ja jetzt plötzlich Usus, um den Teufel an dieWand zu malen, so etwas könne sih jederzeit überall wiederholen. Ärgerlich! Falsch!
Russland war enorm in der Krise, wir erinnern uns, aber auch da: War das v.a. wegen der Auslandsschulden, die bekanntlich großteils gar nicht bedient wurden? Geradezu eine groteske Theorie bei einem total zusammenbrechenden Wirtschaftssystem.

Ich denke mir echt meinen Teil, wenn solch renommierte Experten solche Theorien verbreiten.
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Zitat von: Sledge Hammer
Vertrauen sie mir - Ich weiß, was ich tue!
Re: Bankenkrise
Antwort #658: August 02, 2015, 19:59:08
Nur ist die Schuldenlast von Griechenland gar nicht das große Problem.

Was dann?

Florian

  • Defender of the Crown
Re: Bankenkrise
Antwort #659: August 03, 2015, 00:28:01
Das kein Geld in der Kasse ist und ständig mehr ausgegeben wird als reinkommt. Das hat die Wirtschaftskrise natürlich noch einmal extrem verschärft.

Natürlich hätte Griechenland mit weniger Zinslast - nun, eben weniger Zinslast. Aber der große game-changer ist das nicht. Er wäre es vielleicht, würde Griechenland noch am freien Markt Geld aufnehmen. Dann schauen die drauf und sehen: Okay, die Schulden sind wieder tragfähig, also leihen wir neues Geld. Da aber der freie Markt eh vollständig und wohl langfristig aus dem Spiel ist, welche Rolle spielt das noch?
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Zitat von: Sledge Hammer
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