ausblenden > Talk
Bankenkrise
radneuerfinder:
Oha. Ich stelle mir aber die Frage was Mark Carney mit Marktfundamentalismus genau meint? Hier eine originalPassage aus der Rede:
"Market fundamentalism – in the form of light-touch regulation, the belief that bubbles cannot be identified and that markets always clear – contributed directly to the financial crisis and the associated erosion of social capital."
Als Analyse der Ursachen ist mir das aber auch, ich sag mal, viel zu kurz.
Ich wollte vielmehr diese Analyse des Ist-Zustandes durch einen Notenbanker heraussetellen:
"Within societies, virtually without exception, inequality of outcomes both within and across generations has demonstrably increased." … "Bankers made enormous sums in the run-up to the crisis and were often well compensated after it hit. In turn, taxpayers picked up the tab for their failures. That unjust sharing of risk and reward contributed directly to inequality but – more importantly – has had a corrosive effect on the broader social fabric of which finance is part and on which it relies.»"
radneuerfinder:
--- Zitat von: elafonisi am August 23, 2007, 21:21:27 ---Bankenkrise
--- Ende Zitat ---
http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/34932/europas-fettleibige-zombies/
warlord:
--- Zitat von: radneuerfinder am Juni 09, 2014, 08:46:31 ---Oha. Ich stelle mir aber die Frage was Mark Carney mit Marktfundamentalismus genau meint? Hier eine originalPassage aus der Rede:
"Market fundamentalism – in the form of light-touch regulation, the belief that bubbles cannot be identified and that markets always clear – contributed directly to the financial crisis and the associated erosion of social capital."
Als Analyse der Ursachen ist mir das aber auch, ich sag mal, viel zu kurz.
Ich wollte vielmehr diese Analyse des Ist-Zustandes durch einen Notenbanker heraussetellen:
"Within societies, virtually without exception, inequality of outcomes both within and across generations has demonstrably increased." … "Bankers made enormous sums in the run-up to the crisis and were often well compensated after it hit. In turn, taxpayers picked up the tab for their failures. That unjust sharing of risk and reward contributed directly to inequality but – more importantly – has had a corrosive effect on the broader social fabric of which finance is part and on which it relies.»"
--- Ende Zitat ---
Ja, soweit die Kritik die Ungleichheit von Rahmenbedingungen betrifft, gehe ich mit ihm einig. Nur sehe ich halt überhaupt nicht, inwiefern daran der Markt oder gar Marktfundamentalismus schuld sein soll. In meinen Augen ist es genau das Gegenteil. Es waren und sind staatliche Beschränkungen und Eingriffe in den Markt. Oder anders gesagt, ungeschickte Bemühungen Ungleichheiten zu verhindern sind die Hauptursache der Ungleichheiten. Ungeschickt in dem Sinne, als allzu oft eine Gleichheit des Resultats, anstatt eine Gleichheit der Rahmenbedingungen angestrebt wird.
Florian:
Zinsen/Risiko:
Was ich meinte, ist das sich ja nun wirklich gezeigt hat, dass alles, aber auch wirklich alles unternommen wird, um den Euro zu retten. Bisher gab es einen Schuldenschnitt - nötig wären viel mehr, nicht nur in Griechenland. Doch dazu wird es nicht kommen, lieber lässt man einen Teil der Bevölkerung verhungern.
Wo ist also das Risiko?
Griechische Staatsanleihen. Die sind zwar nicht mehr so lohnend, aber 5,61% auf Zehnjährige sind noch drin! Zu riskant, okay! Australische mit Währungschance/-risiko? 3,77%. Türkei mit ordentlicher Inflation: 8,66%.
Und selbst Festgeld (bis 100000 sehr sicher) bringt im Euroraum bis zu 3,10%/anno bei drei Jahren Anlagebindung, deutlich über der offiziellen Inflationsrate von derzeit 0,9%. Okay, bei deutschen Banken sind es max. 2,1%.
Und überhaupt wollte man den Negativzins doch eh lange mal ausprobieren.
Es wurde aber gar nicht der Leitzins unter Null gesetzt!
Sondern der Einlagezins der Banken bei der EZB.
Aber die Banken werden lieber diese Miniverluste hinnehmen als das Geld in marode Firmen zu stecken, v.a. wenn dann noch die Politik nichts auf die Reihe bringt wie in weiten Teilen Europas.
Überhaupt spielt die EZB den Schizo. Ist sie doch gerade dabei den Banken die riskanteren Kreditgebungen auszureden!
Und außerdem reichen die Banken die Kosten natürlich an die Kreditnehmer weiter.
Also sehr fraglich, ob die Maßnahme etwas bringt oder sogar schadet.
Zurück zum Sparer: Ich verstehe die Deutschen sowieso nicht.
Abermillionen haben Kapital-Lebensversicherungen. Nach dem extrem renditeschwachen Sparbuch die zweitbeliebteste Anlageform. Mittlerweile hat die Politik ja bisschen was verändert, aber Tatsache war und ist: Sie ist nicht handelbar, sie kostet hohe Gebühren und wenn man das Geld schnell braucht, kriegt man knüppelharte Abschläge.
Merkmale einer Hochrisiko-Anlage!
Und wer verdient daran absolut fantastisch (zumindest bis vor kurzem)? Z.B. die Allianz. Deren Aktien will aber niemand dieser Kunden haben, weil ihnen zu riskant. ::) Dividendenrendite derzeit 4,07%.
Ach, und wo gehen eigentlich die ganzen schönen Kursgewinne und Dividenden der Aktien hin? Genau, ganz überwiegend ins Ausland und an wenige ultrareiche deutsche Familien. Das ist auch ein großer Teil an der stets beklagten und wachsend ungleichen Vermögensverteilung.
Ich will nicht schon wieder eine Grundsatzdiskussion über Aktien und andere Dinge führen, aber warum soll der Anleger es so einfach haben, während der Arbeitnehmer - nun, eben arbeitet? Bisschen Risiko und Hirnarbeit ist ja wohl nicht zu viel verlangt - ob man dann Aktien kauft oder nicht. Rendite gibt es noch.
radneuerfinder:
--- Zitat von: Florian am Juni 11, 2014, 14:21:21 ---Rendite gibt es noch.
--- Ende Zitat ---
Aber nicht mehr für Alle.
Sondern nur mehr für riskante Hirnarbeiter. Wären alle so schlau würde es nicht für alle reichen, sondern wiederum nur für die Schlauesten.
Blick zurück in die jüngste Geschichte:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-notenbank-liess-geldscheine-mit-flugzeugen-einfliegen-a-975063.html
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln