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Bankenkrise
warlord:
Ja, die Menschheit hat das System des Geldes immer weiter von den Naturgesetzen entfernt. Das stimmt schon. Ursprünglich ja einfach als Einheit geschaffen, welche den Tausch realer Werte vereinfacht, ist es im Verlaufe der Zeit immer stärker mit "politischen" (vermeintlich Gerechtigkeit stiftenden) Aufgaben aufgeladen, immer stärker reguliert und dabei immer mehr von den realen Werten und damit auch den Naturgesetzen entfernt worden. Und auf diesem Weg schreitet man noch immer munter voran. Eben gerade weil niemand (Gross wie Klein) für die eigenen Fehler gerade stehen will und alle erwarten, dass das "System" die Fehler ausbügeln soll.
Aber eben, die Natur des Menschen, also die Naturgesetze, ändert man damit nicht. Und je stärker man die ignoriert und je weiter man sich mit dem System des Geldes davon entfernt, umso fragiler wird dieses System. An mehr Selbstverantwortung führt letztlich kein Weg vorbei. Wir könnten dahin den angenehmeren Weg der Vernunft nehmen und sanft den Level der Selbstverantwortlichkeit wieder erhöhen. (Danach schaut es leider noch überhaupt nicht aus.) Oder wir regulieren munter weiter und weiter bis zu dem Punkt, an dem das System, das sich zu weit von den Naturgesetzen entfernt hat, zusammenbricht und wir mit einem Knall wieder bei den realen Werten und der Selbstverantwortung landen. Der Knall, wie auch immer er genau aussehen wird, dürfte unangenehm sein. Die Selbstverantwortung an sich ist aber nicht. Davor müsste man IMO keine so grosse Angst haben, wie man sie heute hat.
Florian:
Die „Natur des Menschen“ ist aber eben nicht genau bestimmbar. Sie ist veränderlich und setzt sich aus inneren und äußeren Einflüssen zusammen. Und der aktuelle Forschungsstand widerlegt z.B. die jahrelang vorgebrachte These des homo oeconomicus.
Was natürlich nicht verwundert, ist, wenn Menschen von den Möglichkeiten, die man ihnen gibt, auch Gebrauch machen. Gebe ich als jemanden eine Gelddruckmaschine, brauche ich mich nicht wundern und hinterher jammern, dass sie ausgenutzt wurde und das gesamte System erschüttert.
In Deutschland beispielsweise wurden seit den 90ern Stück für Stück fast alle alten Bankenregeln abgeschafft.
Ging es den (West)Deutschen vor 1990, ohne Zertifikate, schlechter? Ist es nicht vielmehr so, dass man sich durch exzessive Verschuldung seit den 70ern und verschärft durch die schlecht umgesetzte Wiedervereinigung erpressbar machte und den Bankern nach der Nase tanzte?
All das, ohne das einen öffentlichen Aufschrei gab. Dann gab man auch noch die eigene Währung her - an sich ja kein grundsätzliches Problem, nur wieder wurde es schlampig umgesetzt und die selbst gesetzten Regeln nicht beachtet.
Wären die Maastrich-Kriterien umgesetzt worden, wie beschlossen, wären viele Länder gar nicht reingekommen. Selbst Frankreich und auch Deutschland haben nie alle drei Kriterien erfüllt!
An der jetzigen Situation war nichts zwangsläufig, großteils hat man aktiv Risiken verneint und oft unwissend oder gar gegen besseres Wissen entschieden.
Ja, auch das ist menschlich. Aber kein Naturgesetz.
Deinen Ausführungen zu Demut und Selbstverantwortung kann ich nur zustimmen. Nur wird man m.E. nicht darum herumkommen, den Marktteilnehmern den Spielraum für exzessives Risiko mit Regeln zu verkleinern.
Und diese Regeln sollen ja sanft verschärft werden. Das dabei wieder bürokratische Regulierungswut wird, ja… das könnte ein unumstößliches Naturgesetz sein. ;)
Was ich sehr interessant finde: Ja, man reguliert etwas die Banken, um das Risiko für die Volkswirtschaften abzumildern - ob wirkungsvoll, wage ich zu bezweifeln.
Aber bei den Schattenbanken etc. macht man nicht mal das. Sie können ohne Regeln machen, was sie wollen. Je mehr man die offiziellen Banken regelt, desto mehr Geld wird in diese Kanäle fließen.
Jochen:
Kennt das jemand ?
Enteignung von Bankguthaben.
http://de.ibtimes.com/articles/26271/20130402/enteignung-von-sparguthaben-im-ganzen-euroraum.htm
Jochen
Bonobo:
http://europa.deutschlandfunk.de/2013/04/04/sie-hassen-uns-wieder/2/
Sehens- und hörenswert!
Florian:
--- Zitat von: Jochen am April 04, 2013, 13:45:37 ---Kennt das jemand ?
--- Ende Zitat ---
Ja, die Katze ist schon länger aus dem Sack. Der Euro-Zentralbanker aus Holland sprang damit seinem Finanzminister Dijsselbloem bei, der ja unmittelbar nach der „Zypern-Rettung“ das auch so gesagt hatte - um die Äußerung nach einem Riesenaufschrei wieder zurück zu nehmen - wenn das nur ginge!
Schon blöd, wenn die Wahrheit mal so aus Versehen ausgesprochen wird.
Tatsächlich finde ich aber kaum was in den großen deutschen Medien und Knot hat das so gesagt - vielleicht hat das keinen „Neuigkeitswert“ mehr, weil die EZB eh nach Pfeife der Politik tanzt?
Das die International Business Times einen Republikaner zitiert, ist ja mal interessant. Sind die unwissend über deren Hintergrund und Status als Splitter-von-einer-Splitterpartei, oder wollte man unbedingt ein Zitat und kein anderer hat sich geäußert? Nicht mal von der AfD, der Linken oder den Freien Wählern?
Wie auch immer, reuters hatte es gemeldet.
http://www.reuters.com/article/2013/03/29/us-eurozone-cyprus-ecb-knot-idUSBRE92S05P20130329
Allerdings sei gesagt: Es geht es da nicht um eine generelle Vermögensabgabe (wie sie mittlerweile 3½ von 5 im Bundestag vertretene Parteien auf die eine oder andere Weise anstreben), sondern um die Einlagen von Kunden in einer Pleitebank zur Rettung bzw. einfacheren Abwicklung eben dieser.
Ich finde schon, man sollte sich genau informieren, welcher Bank man wie viel Geld anvertraut. Größere Vermögen würde ich definitiv auch in dieser Hinsicht diversifizieren, wenn ich denn überhaupt in Bankspar-Angebote oder gar -Anleihen investieren wollte.
In Panik braucht man in Deutschland nicht verfallen, wobei wir unsere Bankenstruktur ja kennen und lieben. Sprich es sollte jeder wissen, ob eine Privatbank wirklich so viel besser ist als die genossenschaftliche oder öffentlich-rechtliche. Ja, die gingen auch schon pleite, aber sie sind im Vergleich klein (Bundes- und Landesbanken etc. nehmen wir aus, da kann man auch nichts anlegen), und wurden noch immer von den anderen aufgefangen.
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