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Bankenkrise

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Florian:
Der Autor des Artikels scheint selbst keine Rechte Ahnung oder neigt zu verfälschenden Vereinfachungen. Das aufgeführte Diagramm beschreibt er: „Im Prinzip kann man die Grafik so interpretieren: Rot=Schulden, Schwarz=Realwirtschaft.“. Es zeigt aber lediglich die Einnahmen und Ausgaben der US-Regierung, zumindest steht das direkt darunter und auch die Beschriftung des Diagramms lässt keinen anderen Schluss zu.
Da sieht man auch, dass etwa Steuersenkungen einen massiven Einfluss auf die Kurve haben.

Den/die kritisierten Spiegel-Artikel kenne ich nicht, und darauf geht er ja auch nur äußerst allgemein ein.

--

Heute gab es zum ersten Mal seit 70 Jahren 3-Monatsanleihen der US-Regierung zu einem negativen Zinssatz. Zwar nur kurzzeitig, aber auch sonst gibt es ja quasi null Prozent.
Trotzdem ist die Nachfrage nach diesen Anleihen enorm.
Dieser Bloomberg-Artikel enthält diese Fakten und gibt einen gewissen Überblick über die derzeitige Lage und Meinungen (Englisch, einige Fachbegriffe, etwas länger).
Jedenfalls zeigt die Nachfrage nach nur werterhaltenen Anleihen (wobei ich mittlerweile dem Dollar nicht mehr trauen würde), dass eine riesige Menge Kapital nicht weiß, wohin es fließen soll, weil alles andere zu riskant scheint.

Jochen:

--- Zitat von: Florian am November 24, 2009, 01:15:03 ---.... dass eine riesige Menge Kapital nicht weiß, wohin es fließen soll, weil alles andere zu riskant scheint.

--- Ende Zitat ---

Die riesige Menge Kapital ist ja auch nur überwiegend fiktiv, d.h. es stehen irgendwo Zahlen.
D.h. wenn jemand 100.000 Apple Aktien hat, haben die derzeit einen Wert von 13.600.000 Euro.
Wenn er sie verkaufen würde, könnte er 136 Mercedes S Klasse kaufen oder 13.600 iMacs und der Kurs würde steigen bei Mercedes oder Apple.

Da aber momentan keiner kauft, oder weniger, werden die Aktien fallen ? d.h. das fiktive Kapitale wird weniger.

Nur mal so ein Gedankenspiel.

Jochen

Edit: Ein Satz gelöscht.

Florian:
Ist das als Einwand gedacht? Verstehe Dich nicht ganz.

Sagen wir mal, Du hättest einen Geldmarktfonds. Oder eine Kapital-Lebensversicherung.
Vielleicht käufte nun auch Dein Fondsmanager solche Anleihen.
Würdest Du sagen, Dein einstmals verdientes und eingezahltes Geld ist damit fiktiv?

Auch ein Hunderter in Deiner Tasche ist zunächst mal nur ein Stück Papier, Dein Kontostand noch weniger.

Das die Geldmenge den Wert der real fassbaren Güter übersteigt, stimmt natürlich, wahrscheinlich schon lange. Ob das noch lange gut geht, kann man nicht wissen, zumindest bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für alle Ansichten Expertenmeinungen gibt und man sich eine aussuchen kann.
Die Geldpolitik der Regierungen ist jedenfalls nicht risikofrei, fragt sich nur ob es eine Alternative zu dieser Geldschwemme gibt, und damit meine ich eine Alternative ohne massive Verwerfungen.

Jochen:
@florian

Bin ja kein Fachmann.

Ich meine mit fiktiv eher.

Man kauft 10 Wertpapiere für 100 €.

Das Wertpapier steigt es auf 200 €, man hat also nun 2000 €.

Man verkauft nun 5 Wertpapiere zu 1000 € und kauft wieder günstige Wertpapiere ein und die steigen wieder und so fort und somit erhöht man sein Kapital immer weiter.

Jochen

Florian:
Da hast Du dann aber den besten Riecher aller Zeiten. :D
Aktien fallen schließlich auch. In der Tat bewegen sie sich, nimmt man mal die langjährige Kurve seit  Jahren im Endeffekt eher „seitwärts“.

Aber eins stimmt natürlich: Der Aktienwert ist einzig dran gekoppelt, ob Jemand bereit ist, ihn zu bezahlen und letztendlich geht jeder Käufer eine Wette auf die Zukunft ein. Die Daten des Unternehmens haben da freilich schon einen massiven Einfluss.
Auch bei einer Staatsanleihe wettet man darauf, dass der Staat das einmal zurückzahlen kann und will. Was ja keineswegs immer der Fall war, ich sag nur Argentinien, dass ist noch nicht lange her und doch fast vergessen in der breiten Öffentlichkeit, wie so viel Finanzskandale und -Krisen.
Und wenn man Goldbarren hortet, zur Zeit ja sehr beliebt, weiß man auch nicht, was man damit dann macht, wenn das Geldsystem total zusammenbricht. Wer soll sie dann noch abnehmen? Banken jedenfalls nicht. Vielleicht der Bauer für zehn Eier und einen Laib Brot?

Ich sage mal ganz krass: Auf Nummer sicher geht man nur mit einer Schrottflinte und vielen Konserven, und hoffentlich wurde der Dosenöffner nicht vergessen!

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