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Gewalt in Videospielen, insbes. auf Nintendo Wii
Dale:
--- Zitat von: Florian am Februar 13, 2007, 22:52:12 ---Wie man hier sehen kann, rollt eine ganz schöne Veröffentlichungswelle. Interessant auch das alle Genres abgedeckt werden. Nintendo können einige "Erwachsenen-Spiele", also eben Mafia- und Shooterzeugs, nur gut tun, denn hierzulande haftet ihnen ja nach wie vor dieses Kinder-Image an.
--- Ende Zitat ---
Das stimmt, und vielleicht ist gerade deshalb Nintendo bemüht ein Spiel für den Wii rauszubringen das sogar in England und Irland vollkommen verboten wird. Es handelt sich um Manhunt 2 . Ganz ehrlich für mich macht es schon einen Unterschied ob ein Heranwachsender per Knopfdruck einer Polygonfigur befehligt ein Messer zu zücken oder mithilfe des Wii Controllers den Messerschwung selbst simuliert.
Florian:
Das Spiel bringt nicht Nintendo heraus sondern Rockstar und Nintendo hat nun sogar die Weiterverbreitung gestoppt. http://kotaku.com/gaming/original/nintendo-nixes-ao-manhunt-270741.php
Damit hat das Spiel keine Verbreitungschance mehr und es gibt ja auch noch keinen Weg Raubkopien auszuführen, somit dürfte der Fall erledigt sein.
Generell stelle ich mir aber schon die Frage wo die Grenze verlaufen soll. "Lichtpistolen" gibt es schon seit Jahrzehnten, teilweise waren die Spiele dann auch indiziert.
Aber ist es wirklich ein Unterschied ob die Bewegung tatsächlich nachgemacht wird oder nicht? Da müsste man die Neurowissenschaftler forschen lassen. Schaue ich mir die Leute beim Doom-Spielen an meine ich das sie so sehr dabei sind das es fürs Hirn keinen Unterschied machen dürfte... aber wer weiß?
Zum anderen ist natürlich die Frage spannend von wo ab Gewalt in Spielen als intolerabel gelten soll. Auch ein Boxspiel ist mit den Wii-Controllern für Beobachter sicher mitunter erschreckend, prügelt man doch in die Luft.
Andererseits machen Kinder und Jugendliche eh diese Bewegungen nach und es wurde immer schon Krieg gespielt, ist also das Wii nicht näher am Gummi-Indianermesser oder Holzgewehr, die man nicht so kritisch sah (heute vielleicht schon?).
Lauter Fragen... aber sicher ist es schon erstmal ein drastischer Eindurck wenn der Spieler quasi einen Messerstich ausführt und dabei vielleicht noch markige Worte spricht während es aus dem Lautsprecher röchelt.
Dale:
--- Zitat von: Florian am Juni 21, 2007, 13:09:45 ---Andererseits machen Kinder und Jugendliche eh diese Bewegungen nach und es wurde immer schon Krieg gespielt, ist also das Wii nicht näher am Gummi-Indianermesser oder Holzgewehr, die man nicht so kritisch sah (heute vielleicht schon?).
--- Ende Zitat ---
Der Unterschied zwischen Kriegspielen auf dem Spielplatz und vor dem PC (der Konsole), ist wohl damit zu vergleichen wie sich auch Gewalt in Büchern (selbst die Gebrüder Grimm haben viel Gewalt in ihrer Geschichtensammlung) von Gewalt in Filmen unterscheidet.
In beiden Fällen Holzschwertkriegsspiele und Büchern, wird die tatsächliche Wahrnehmung, und Ausmaß, der Gewalt von den Kindern durch ihre eigene Phantasie begrenzt. Die Gebrüder Grimm sind dafür ein gutes Beispiel. Bei Verhaltenstests hat man herausgefunden das die meisten Kinder im Alter von (ich glaube mich zu erinnern) 6 Jahren es nicht grausam finden das in einer Geschichte ein kleines Mädchen seinen eigenen kleinen Finger abschneidet um ihn als Schlüssel zu benutzen um die Geschwister zu befreien, wenn sie es lesen. Aber gleichzeitig sind bei den Tests (mit relativ moderaten ohne Darstellung von Blut) Kohle Zeichnungen der Szenen die gleichen Kinder fast so traumatisiert gewesen das der Test abgebrochen wurde.
Bei PC Spielen und Filmen müssen Sie eben die Darstellung so verdauen wie es ihnen vorgegeben wird, was meiner Meinung nach einen großen Unterschied ausmacht.
Thyrfing:
--- Zitat von: Dale am Juni 21, 2007, 13:31:54 ---Der Unterschied zwischen Kriegspielen auf dem Spielplatz und vor dem PC (der Konsole), ist wohl damit zu vergleichen wie sich auch Gewalt in Büchern (selbst die Gebrüder Grimm haben viel Gewalt in ihrer Geschichtensammlung) von Gewalt in Filmen unterscheidet.
In beiden Fällen Holzschwertkriegsspiele und Büchern, wird die tatsächliche Wahrnehmung, und Ausmaß, der Gewalt von den Kindern durch ihre eigene Phantasie begrenzt. Die Gebrüder Grimm sind dafür ein gutes Beispiel. Bei Verhaltenstests hat man herausgefunden das die meisten Kinder im Alter von (ich glaube mich zu erinnern) 6 Jahren es nicht grausam finden das in einer Geschichte ein kleines Mädchen seinen eigenen kleinen Finger abschneidet um ihn als Schlüssel zu benutzen um die Geschwister zu befreien, wenn sie es lesen. Aber gleichzeitig sind bei den Tests (mit relativ moderaten ohne Darstellung von Blut) Kohle Zeichnungen der Szenen die gleichen Kinder fast so traumatisiert gewesen das der Test abgebrochen wurde.
Bei PC Spielen und Filmen müssen Sie eben die Darstellung so verdauen wie es ihnen vorgegeben wird, was meiner Meinung nach einen großen Unterschied ausmacht.
--- Ende Zitat ---
Das ist der beste Beitrag, den ich seit langer Zeit zu diesem Thema gelesen habe. Du hast es nämlich genau getroffen.
Kinder sind nicht in der Lage, Gewaltszenen oder ähnliches, zu verarbeiten. Eltern meinen immer nur, dass so ein Gruselfilm ja nicht weiter tragisch ist, aber genau da schnappt die Falle zu. Wenn einfach nur versucht wird, solche Dinge so lange wie möglich von Kindern fernzuhalten, ist ein großer Schritt in eine bessere Welt getan. Nur heute setzt ja jeder seine Kinder vor das Playstation oder den DVD-Player, weil man nach der Schicht seine Ruhe braucht.
Kinder brauchen einfach nur Kinder sein. Und da tun sich Erwachsene momentan ganz schön schwer. Ich muss manchmal Schlucken, wenn ich im Kino sitze und schaue mir einen Film an, der ab 12 Jahren freigegeben ist. Also, mir hätte man da manchen Streifen früher nicht zeigen dürfen, da hätte ich nie wieder geschlafen.
fränk:
--- Zitat von: Thyrfing am Juni 21, 2007, 13:54:28 ---Kinder sind nicht in der Lage, Gewaltszenen oder ähnliches, zu verarbeiten.
--- Ende Zitat ---
Ist das wirklich so? Oder sollte ihnen beim Verarbeiten nur geholfen werden?
(ich will's nur wissen)
--- Zitat von: Thyrfing am Juni 21, 2007, 13:54:28 ---Wenn einfach nur versucht wird, solche Dinge so lange wie möglich von Kindern fernzuhalten, ist ein großer Schritt in eine bessere Welt getan
--- Ende Zitat ---
Sind Erfahrungen nicht sehr wichtig? (nein, natürlich nicht jede)
Wäre es nicht besser gewesen, einige Kinder hätten bestimmte Erfahrungen früher gemacht?
--- Zitat von: Thyrfing am Juni 21, 2007, 13:54:28 ---Kinder brauchen einfach nur Kinder sein.
--- Ende Zitat ---
Kinder, die einfach nur Kinder sein wollen, werden aber mit diesen Erfahrungen Bekanntschaft machen (wollen). Sie davor zu beschützen wird nicht 100% klappen.
--- Zitat von: Thyrfing am Juni 21, 2007, 13:54:28 ---Und da tun sich Erwachsene momentan ganz schön schwer.
--- Ende Zitat ---
Weil sie Kindern zu viel oder zu wenig Freiheiten lassen?
Um es klar zu machen:
Ich bin nicht dafür die Kids vorm TV oder der Playstation abzuladen!
Ich erlebe aber gerade in der Nachbarschaft, was es bedeutet die Kinder vor jeder Erfahrung zu schützen.
Aus Angst den Kindern könnte etwas böses zustossen, sind sie dermaßen konsequent vom Leben fern gehalten worden, daß sowohl ein Kindergartenkind als auch ein 8-jähriges Schulkind deutlich hinter anderen zurück sind.
Und weil das Problem nun auch vom Amtsarzt festgestellt wurde, werden die Kinder noch konsequenter vom Leben ferngehalten.
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