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CO2 Debatte aller Orten
apprendi:
--- Zitat von: FOX am März 29, 2007, 12:28:00 ---Meiner Meinung nach kann man den Ausstoß von Schadstoffen sowieso nicht mehr aufhalten. Es kann doch längerfristig nur immer mehr werden! Im Zeichen der Globalisierung kommen Länder hinzu, die derzeit noch weit hinterher uns her hinken. Lasst erstmal alle Chinesen, Inder und den gesamten nahen Osten auf unser Niveau aufschließen, dann brauchen wir uns um die Schadstoffe der Autos in Deutschland keine Gedanken mehr machen.
Zum Thema Globalisierung noch ein Fernsehtipp von mir:
Wettlauf um die Welt
heute Abend, ZDF, 23.15 Uhr. (Ein Vierteiler) Die erste Folge lief Gestern Abend. Ich fand die Sendung absolut gut und informativ. Wenn man sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, bekommt man einen völlig neuen Eindruck, wie sich in naher Zukunft Dinge, wie CO2-Austoß, entwickeln werden. Die dritte Welt und Asien schließen auf und werden uns einfach überollen. Die Wörter "Umweltpolitik" und "Gewerksschaften" gibt es dort in den jeweilen Landesprachen wahrscheinlich gar nicht. Dort gibt es nur einen Trend: nach Vorne, koste es, was es wolle!
--- Ende Zitat ---
Das sehe ich anders. Grundsätzlich befinden sich diese Länder derzeit in einem Etwicklungsprozess, der mit den von Dir genannten Konsequenzen enden KANN. Und sicher ist das nicht das Unwahrscheinlichste. Sich aber in Bezug auf die eigene Verschwendung von Resourcen zurück zu lehnen, weil man ja nichts ändert halte ich für falsch. Schliesslich exportieren wir unseren Lebensstil als das Vorbild für die Massen dort.
Man kann zudem dort durchaus eine Menge durch Sensibilisierung erreichen, gerade in diesen Ländern hat man auch noch Kinder, die ein Recht auf eine Zukunft haben. Meine bessere Hälfte und ich verfügen über praktische Erfahrungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und ich kann nur sagen, dass man da einiges erreichen kann, von dem man dachte es sei unmöglich.
Wir müssen uns immer zuerst an die eigene Nase fassen, bevor wir auf die fatalen Auswirkungen der zukünftigen Entwicklung in Entwicklungs- und Transitionökonomien als Grund für unser inkonsquentes Handeln vorschieben. Wir drücken desen Ländern (mehrdimensional) unseren Lebensstil auf. Wenn wir bessere Vorbilder sind, dann wird die Kopie auch nicht so schlecht, wie vom ZDF prognostiziert. Das ist ein wenig zu einfach für meinen Geschmack...
FOX:
--- Zitat von: apprendi am März 29, 2007, 12:50:27 --- Sich aber in Bezug auf die eigene Verschwendung von Resourcen zurück zu lehnen, weil man ja nichts ändert halte ich für falsch.
--- Ende Zitat ---
DAS habe ich ja auch gar nicht behauptet. Natürlich kann und sollte jeder von uns etwas tun. Meine Meinung nach ist es nur so, dass unsere Reduzierung von Schadstoffen im Vergleich zu den hinzukommenden der genannten Länder eher der berühmte "Tropfen auf dem heißen Stein" ist.
apprendi:
Soll ja auch kein Angriff sein. Ich verstehe unseren Lebensstil nur als das Vorbild.
Es gibt doch auch gute Zeichen. In Peking(?) glaubte man bis vor ner Weile an Massenmobilisierung mit MIV. Alle Fahrräder mussten von den Hauptstrassen verschwinden. Meines Wissens ist man gerade dabei das zurück zu drehen. (Alle erklärenden Zusatzaussagen hab ich wieder gelöscht. Die gießen nur øl ins Freuer-trotzdem glaube ich, dass wir vieldimensional mehr tun können um weniger zu verbrauchen. Und falsch kann das nicht sein... ) ;)
Florian:
Wenn man meint, der Austoß würde immer weiter steigen, vergißt man, daß die Ölvorräte irgendwann zu Neige gehen und nach der Peak-Theorie wird es schon nach Überschreiten des Förderhöhepunktes (womöglich schon erreicht) immer teurer.
Hier mal ein interessantes Interview mit einem ehe. Ölexperten, ursprünglich in NZZ-Folio 9/2004 erschienen. Nun ist das nur eine einzige Quelle, aber es wird schon recht schön mit den Lügen der Ölindustrie und diverser Regierungen abgerechnet.
Hier wird auch recht deutlich dargelegt, daß gar nicht alle Chinesen solche Autos wie wir fahren werden können, "sorry" meint der Experte.
In den letzten Jahren kamen auch noch viele politische Spannungen in gleich mehreren Exportländern hinzu, die wiederum ganz offensichtlich auch genutzt werden, um den Ölpreis hochzutreiben.
Sieht man ja jetzt ganz aktuell wieder: Kaum werden 15 britische Marineangehörige vom Iran, ziemlich sicher widerrechtlich, inhaftiert, steigt der Ölpreis. Und zu welchen Gunsten? Iran reizt dieses Spiel voll aus, daß sah man auch im Libanon und an anderen Stellen.
Zudem besteht das Risiko der Destabilisierung der gesamten Region. Im Irak brennt es eh lichterloh, und die Förderung kommt auch nicht mehr auf den alten Stand. In Saudi-Arabien weht dem Regime immer mehr der Wind ins Gesicht. Viele Staaten haben schiitische Minderheiten, auf die der Iran - im Begriffe ob fehlender Konkurrenz regionale Großmacht - versucht Einfluß zu nehmen. Nun wohnen z.B. in Bahrain aber auch in Saudi-Arabien und natürlich im Irak die Schiiten gerade in bedeutenden Ölregionen.
Diese Region ist also nicht gerade zuverlässig, was Preisstabilität angeht.
Auch in Südamerika und Afrika sehen wir viele Stabilitätsrisiken.
Wenn die Ölpreise aber steigen, wer kann sich das Öl zuallererst nicht mehr leisten? Eben gerade die jetzt noch ärmeren Länder.
Ich bestreite auch daß sich in den Entwicklungsländern über die Umwelt keine Gedanken gemacht wird. Klar ist China momentan in der "Sünderphase", aber man hat durchaus eingesehen, daß es so nicht weitergeht. Auch in Indien. Die Umweltzerstörung hat schließlich teilweise Ausmaße angenommen, welche die Wirtschaft beeinträchtigen, von den Menschen ganz zu schweigen.
Und nicht umsonst kämpfen diese beiden Riesen miteinander und mit den (Post-)Industriestaaten um die letzten noch nicht von westlichen Firmen unter Vertrag genommenen Öl- und Gasvorräte und zwar jetzt schon mit widerlichen Mitteln wie der Blockierung von Sanktionen gegen das sudanesische Mörderregime. Auch die USA und Russland - und auch Europa - sind hier wenig zimperlich.
Das Ölzeitalter geht also langsam zu Ende. Wobei, vielleicht auch recht schnell....
Und eben gerade auch wegen der neuen Konkurrenz sollten wir uns durch eine durchdachte Energiepolitik und der Forcierung von Öl- und Gasalternativen einen Wettbewerbsvorteil in der Zukunft sichern.
Man sieht also, wie weiter oben schon erwähnt, daß eine steigende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht nur klimarelevante Folgen hätte.
Würde man die Debatte erweitert, wäre es auch hoffnungsspendender und sinnstiftender, denn in der Tat entscheidet der deutsche Autofahrer nur marginal über das Weltklima der Zukunft, auch wenn es indirekte Wirkungen gibt wie apprendi sie aufführt.
Denn es würde klar: Ja, der Weg hin zu alternativen Energien lohnt sich mittelfristig auf alle Fälle!
FOX:
--- Zitat von: apprendi am März 29, 2007, 13:27:09 ---Soll ja auch kein Angriff sein.
--- Ende Zitat ---
Das habe ich auch nicht so verstanden.
Womit ich Dir recht gebe, ist die Tatsache, dass mancher schnell zu dem Ergebnis kommt Einsparungen bei uns hätten wenig Sinn, da andere Nationen ihren Ausstoß erst noch steigern.
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