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Neues für Musikliebhaber - Pandora

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Florian:
So etwas ähnliches gibt es im iTunes-MS ja auch, nämlich das altbekannte "Hörer kauften auch..." und die iMix-Listen.

Klar funktioniert das irgendwie, aber das tut auch der Griff ins Plattenregal. Schließlich wird jede Band sofort in ein Sub-Sub-Sub-Genre gepresst. Und wenn es zu ähnlich ist wie das Gemochte - wo ist das Neue?

Ich habe es ausgiebig getestet und wirkliche Überraschungen sind da nicht dabei. Im Gegenteil, ob ich "Spock's Beard" eingebe oder unter "Prog-Rock" bei Amazon etc. suche - da schau her, kaum ein Unterschied, nur das bei Pandora der zweite (!) Track schon von Spock's Beard selber ist und der dritte (!) die Bohemian Rhapsody in einer schlecht gesungenen, völlig einfallslosen, pseudo-lustigen Cover-Version. 300.000 Lieder sind einfach viel zu wenig, denn für solche kleinen Genres bleiben zu wenig. Und wo ist der Unterschied zu den vielen Internet-Radios? Die sind doch auch sehr breit gefächert, jeder Geschmack wird bedient.
Gut, nun haben natürlich viele Leute eher einen "mainstreamigen" Geschmack (sonst wäre es ja kein Mainstream), und die Datenbank(en) werden sicher größer werden. Aber mir geht das generell gegen den Strich, denn:

Ich höre gerne mal etwas, daß mir absolut nicht gefällt oder mich überrascht. Es sei denn, es versündigt sich wieder irgendwer an einem Song, den man nicht verbessern kann.


Aber das ist ja generell ein Trend:
Viele Menschen wünschen sich, daß die Informationsflut sauber kanalisiert wird. "Your News", ganz persönlich. Der Rest interessiert mich nicht. Ich glaube, daß man dadurch sehr schnell einseitig informiert wird und auf lange Zeit gesehen Gefahr läuft, engstirnig zu werden.

Vom schönen Benutzerprofil, daß sich mit solchen Methoden generell erstellen lässt mal ganz abgesehen.

Pandora? Ja, ich sehe die Büchse schon geöffnet! ;)



Eure montägliche Dosis Kulturkritik vom Onkel Flo.

warlord:

--- Zitat von: Florian am September 26, 2005, 17:54:19 ---300.000 Lieder sind einfach viel zu wenig, denn für solche kleinen Genres bleiben zu wenig.
--- Ende Zitat ---

Sicher. Aber der Weg, der mit Pandora gegangen wird, ist doch interessant, weil damit eine "Einteilung" automatisiert werden kann. Bis jetzt musste das, schätze ich jetzt mal, in den Stores doch ziemlich mühsam manuell eingeteilt werden. Und gerade im iTunes Store ist die Genre-Einteilung dadurch, gelinde gesagt, äusserst schwach. Für meine Art Musik zu Kaufen sogar absolut unbrauchbar und gegenüber Amazon nicht im geringsten konkurrenzfähig. Der Einsatz von Pandora-Technologie könnte da durchaus Abhilfe schaffen.

Florian:
Ne, ne, ich gehe lieber in Laden für Platten zweiter Hand und kram mich durch. Auch virtuell wäre/ist mir das lieber als ein Algorithmus, der meint, er weiß schon, was ich mag und danach die Vorauswahl trifft, was ich überhaupt zu hören bekomme. Freie Auswahl, freier Wille - um es mal zugespitzt zu formulieren.
Dieses Pandora mag ja zwischendurch als Radio wirklich gut sein, aber wo ist dann der Unterschied zu den herkömmlichen Genre-Radios?

Nette Idee, aber nicht mein Ding.

warlord:
Es müsste ja nicht so sein, dass Du dazu gezwungen würdest, die Technologie zu nutzen. Natürlich sollte es auch weiterhin möglich sein, sich im Store ein paar Stunden vor 1001 Neuerscheinungen zu setzen und sie einzeln durchzuklicken, wenn jemand das wirklich mag. Bis vor ganz kurzem war dies ja in der Tat die einzige Möglichkeit, sich im iTunes Store mit den Neuerscheinungen vertraut zu machen. Seit neustem gibts ja immerhin die Möglichkeit, die News nach Genre zu filtern. Wobei ich natürlich bei einer Genre Aufteilung, die Aimee Mann und Tristania ins gleiche Genre einreiht, auch nur den Kopf schütteln kann.
Ich möchte in einem virtuellen Musikladen Werkzeuge zur Verfügung haben, mit denen ich rasch neue Musik finde, die mir gefällt. Dazu gehören Werkzeuge, die sich an meinem Geschmack orientieren. Pandora hört sich da ziemlich ideal an. Die Nadel und Heuhaufen Methode werde ich womöglich probieren, wenn ich mal in Rente bin. Jetzt habe ich dazu schlicht keine Zeit. Heute bietet mir Amazon das weitaus beste Einkaufserlebnis. Und iTunes hat bei mir dagegen schlicht keine Chance. Sorry, ist so.

Florian:
Das ist doch ein wenig weit hergeholt, oder? Wie hast Du denn in prä-Internet-Shop Zeiten Deine Musik ausgesucht?
Eben: Sich informieren, auch mal eine Zeitschrift kaufen, mit Freunden palavern, den Plattenhändler Deines Vertrauens fragen, auf Festivals gehen - oder von mir aus auch Radio & MTV (wer's mag).
Ich finde die iMixes da wesentlich interessanter, da immerhin ein wenig "Kommunikation" dabei ist und man so unweigerlich auch mit Anderem in Kontakt kommt. Um beim Beispiel zu bleiben: Wenn auf der iMix-Liste Spock's Beard steht, stehen daneben mit ziemlicher Sicherheit auch andere Prog-Rock-Sachen, nur eben nicht ausschließlich. Außerdem setzt sich da einer hin und empfiehlt (als Mensch) und nicht irgendein Algorithmus.

Aber sicher, als Zusatzangebot - warum auch nicht. Nur den Hype um dieses Pandora kann ich absolut nicht verstehen.

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