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Ich sehe was Du nicht siehst / Behörden-Trojaner
Florian:
Die Überwachung nützt ja nicht nur gegen Terroristen. Man denke an Hartz-4-Proteste... in Zukunft wird es noch viel mehr Verlierer geben, und gerade wird der kleine Aufschwung wieder einmal genutzt um nötige Veränderungen die das lindern könnten, nicht zu machen. Anstatt die guten Zeiten, wenn es flutscht, sinnvoll zu nutzen.
So, die Mittel werden also knapp beziehungsweise anders verteilt. Unser System ist sehr flexibel und will sich natürlich selbst erhalten obwohl es natürlich willenlos ist. Ein Widerspruch? Nun, für mich persönlich steht fest das Systeme ab einer gewissen Komplexität die Menschen steuert und nicht umgekehrt. So sind die verschiedenen Politiker auch austauschbar, da das System gut funktioniert werden sich immer wieder ähnliche Charaktere in den verschiedenen Funktionen einfinden.
Kein Masterplan, daß sind ganz einfach Automatismen eines Systems das kein Mensch mehr durchschaut und nicht mal ganze Expertenrunden.
Nun, um auf die Überwachung zurückzukommen:
Einerseits kann man so auf mehr Mittel zugreifen (wenn es denn funktioniert), zumindest weiß man wo etwas zu holen ist.
Zum anderen kann man die Unzufriedenen besser unter Kontrolle halten und damit eine Gefahr für das System möglicherweise eindämmen.
Nun scheint diese Gefahr auf den ersten Blick gering da wir ja überaltern und die revolutionären Säfte ab 30 Jahren i.d.R. doch nicht mehr so sprießen. Man darf aber nicht unterschätzen was Demagogen in einer verarmenden Gesellschaft anrichten können.
Überhaupt ist der Faktor Un-/Zufriedenheit kaum zu unterschätzen. Darum gab es ja überhaupt erst den Beginn des Sozialstaats. In Deutschland nicht von unten her per Revolution eingeführt sondern von oben zum Druck ablassen. Hat fulminant funktioniert.
elafonisi:
Ich habe mir Gestern die Sendung auf Arte angesehen und ich muss schon sagen - das macht mir Angst. Ich hatte schon immer einen großen Argwohn gegen die Datensammelwut unserer Behörden, mir war aber nicht klar, wie weit das geht.
Die Frage ist nur, wo führt das noch hin? Wie weit ist es noch, bis jeder einen Chip tragen muss - natürlich nur damit man ihn von einem Terroristen unterscheiden kann - oder bis jedem Neugeborenen eine DNA Probe entnommen wird, unter dem Vorwand einer medizinischen Prävention?
Ich möchte nicht, dass eines Tages meine Enkel mich fragen: "Warum habt ihr euch damals nicht gewehrt?", fühle mich allerdings reichlich Machtlos. :'(
fränk:
--- Zitat von: elafonisi am Juni 20, 2007, 07:38:51 ---Ich möchte nicht, dass eines Tages meine Enkel mich fragen: "Warum habt ihr euch damals nicht gewehrt?", fühle mich allerdings reichlich Machtlos. :'(
--- Ende Zitat ---
Ich glaube es ist ein Ziel dir/uns dieses Gefühl der Machtlosigkeit zu vermitteln.
Und je mehr Leute nachplappern: "Wer nichts zu verbergen hat...blah, blah, blah" um so Schwieriger wird es für einen selber, unverdächtig zu bleiben, nur weil mein seine Daten nicht preisgeben will.
Einen Riesenvorteil hat diese Datensammelwut allerdings:
Wenn man wirklich auf einen Terroristen trifft und ihn im Rahmen einer Datensammlung fragt: "Bist Du ein böser Terrorist?", dann wird der diese Frage wahrheitsgemäss bejahen und man kann ihn gleich wegsperren. ;D
elafonisi:
In einem neuen Abkommen über die Speicherung von Fluggast-Daten zwischen der EU und den USA wird jetzt folgendes vereinbart:
Nur noch 19 personenbezogene Daten statt wie von den USA gefordert 36.
Speicherung der Daten nur noch 15 Jahre statt wie von den USA gefordert 30. ( Die EU wollte 3 1/2 Jahre).
Ja! Ja!! Sieg des Datenschutzes auf der ganzen Linie. :P
fränk:
Das ist schön!
Wir sagen den Amis sie mögen alle Infos ab der 20. nicht mehr speichern und die 19 anderen nach 15 Jahren löschen.
Und Yeah!!! Sie werden es tun! ;D
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