Herabstufung trifft Organische Verwahrgesellschaften

Nachdem gestern Grufti’s die Empfehlung gab, alle langfristigen Liegeplätze herabzustufen, entzog heute auch Starrer & Moos den hiesigen Ruhezonen die Bestnote ZZZ für ewigen Schlaf.

In den letzten Wochen kam es mehrmals zur Hervorbringung von Nichtmehrlebern durch das Wühlen von blaugestreiften Riesenratten. Der Anblick ihrer schon verabschiedeten, nicht mehr im Komplettzustand befindlichen, Verwandten traf selbst hochgestellte Persönlichkeiten mit exklusiven Verwahrgrundstücken.

Zu allem Ärgernis behauptet ein obskurer Guru namens Animatrisius, er habe die Emporsteigung der Atemlosen durch einen magischen Ritus veranlasst. Der Mann ist mittlerweile verhaftet, konnte aber eine kleine Zahl verwirrte Bürger finden, die seinen albernen Geschichten Glauben schenkten. Dabei ist wissenschaftlich eindeutig bewiesen, dass Ratten hinter den Vorfällen stecken. In ihrer Gier kennen sie keine Grenzen.
Gegen den Guru laufen nun Ermittlungen wegen Betrugsverdacht und Aufstachelung zum Aberglauben / Unwissenschaftliche Behauptungen – ein lange nicht benutzter Paragraph.

Der Verlust des Bestratings trifft die Verwahrgesellschaften hart. Die Börsenkurse brachen ein, denn tiefere Liegeplätze und Abwehr der Nager kosten viel Geld. Auch die Aqua-Resting-Firma Seeblick musste Einbußen in Kauf nehmen, obwohl sie durch Fischfarmen zwei geradezu osmotische Standbeine vorweisen kann.
Der Verwahrer-Zentralverband VZV stellte sofort Nothilfen bereit. Diese speisen sich aus einem in lange zurückliegenden Krisenzeiten der Apfelinsel angelegten Sonderfonds. Die Märkte beruhigten sich aber nur kurz.

Gewinner der Krise gibt es freilich auch. Die Kryonischen Liegeanstalten verzeichneten ein sattes Plus an interessierten Kunden. „Kry, don’t cry“ entwickelt sich zum Erfolgsslogan. Die „Kryoniker“ kritisieren die Nothilfen des VZV. Diese würden nur eine überkommene Firmenpolitik am Leben halten, die in Wirklichkeit längst ihr eigenes Ruhebett richten sollte. Angeblich gibt es bereits Austritte aus dem Zentralverband.

Womöglich können die Violetten Wieselflinken die Rattenplage zurückdrängen. Das KHZ hat einen Modellversuch angekündigt. Schätzungen zufolge könnte eine Hunderudel etwa 10 Rattennester am Tag bzw. in der Nacht erledigen und so die Bestände auf ein Normalmaß bringen. Analysten starren gebannt auf den Ausgang des Stresstests.

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