»Wroschel! Lass dir gefälligst etwas einfallen. Ich langweilige mich und möchte unterhalten werden.«, der Ruf des Monarchen Mief Mops war unüberhörbar. Sein Herold, Wroschel, eilte durch den Thronsaal, um die Belange seiner Majestät aufzunehmen, bevor dieser in eklatant ekelhafte Umstände verfiel. »Ihr wünscht, Majestät?«, hechelte der Gerufene unterwürfig die Stufen zum Adelssitz hinauf. Klar, Mops wollte Spiele, Spannung und ein klein wenig an die alten Riten erinnert werden. Ein kolossal rücksichtsvoller Monarch.
In Windeseile rannte der Herold zu seinem zumeist einzigen Ausweg – Jockel Eisig. Der Erfinder am Hofe hatte ihm bereits mehr als einmal aus der Patsche geholfen. Würde er es auch diesmal schaffen? Wroschels Verständnis von Spiel und Spannung, unterschied sich zu hundert Prozent von der majestätischen Auffassung. Und alte Riten! Herrgott, woher sollte er denn diese alten Bräuche der Insel kennen. Wer wollte diesen alten Krempel überhaupt wissen! Nun, mit ein wenig Glück, würde Eisig etwas wissen. Wenn nicht, würde er vielleicht was erfinden.
Wenige Stunden später rief Eisig den Herold zu sich in das Labor. »Hier, zieh das an und begib dich dann von der Seite in den Garten. Ich habe einen Weg markiert. Diesen darfst du unter keinen Umständen verlassen! Du musst auf diesem Weg immer fröhlich hin und her, äh, laufen.«, sprachs und schmiss Wroschel einen an Hasenfell erinnernden Anzug zu. Nun, einmal drin, erinnerte der Anzug nicht an Hasenfell, Wroschel hatte sich praktisch in einen verwandelt. Er hoppelte davon. Mehr Bewegung ließ das Teil nicht zu.
»Majestät, wenn ihr bitte diesen Schlauch hier dorthin halten würdet? Danke.«, Eisig wies den Monarchen in seine neuste Erfindung ein. Eifrig beeilte sich Mief Mops seinen Anweisungen folge zu leisten. Wann immer es ein neues Spiel gab, war er immer ganz nervös. Aber dieses – vatni ausa – schien etwas ganz besonders spaßiges zu sein. »Zieht ihr hier an dem Hebel, kommt eine gewaltige Fontäne Wasser aus dem Schlauch gespritzt. Ihr müsst zielen und wenn ihr einen Hasen seht, diesen auf dem Weg drei mal Treffen.«
Einem höchst konzentrierten Monarchen hing die königliche Zunge aus dem Mundwinkel. Die Augen zu Schlitzen, wartete er auf den ersten hoppelnden Hasen in seinem Garten. Eisig malte sich seine Nase bunt an und aß einen Apfel. Er mochte die neueren Riten viel lieber. Weniger schmerzvoll.