Für eine gewisse Bestürzung in Hauptstadtkreisen und Wirtschaft sorgt das Ausdünnens des Clubs der extravaganten Herrscher.
Aus dem Palast hört man dieser Tage Gerüchte über Unzufriedenheit Seiner Majestät mit den aufgetischten, allzu profanen, Gesprächspartnern.
Bei der Wahl in Monnetessin siegte der an zur Transparenz grenzender Farblosigkeit leidende Jotz Roboz. Seine Wischiwaschi-Ansichten zu allem und nichts werden nur von seinen monotonen Ansprachen verhüllt – schließlich schlafen die meisten Zuhörer nach spätestens zwei Minuten ein.
Im fernen Europa lösen reihenweise farblose Technokraten die Sonnenkönige ab. Die Apfelinsel pflegte beste Beziehungen zu eben diesen, spendablen Regierungschefs. Ein hoher Beamter meint vertraulich: „Können sie sich vorstellen, dass ein Fahrer eines bronzenen Renault Scénic sich zu Geschäftsabschlüssen auf einer Luxusyacht räkelt? Eben!“
Auch singende Ehefrauen und minderjährige Prostituierte scheinen Vergangenheit. Das Ressort „Vermischtes“ unserer Zeitung sah sich bei so viel Tristesse gezwungen, zwei Stellen abzubauen. Immerhin dürften diverse Gerichtsprozesse gegen Ex-Regierende eine Weile unterhalten.
Wo in Italien das Langweiler-Regime wenigstens für Stabilität der dortigen Kunstwährung Euro zu kämpfen scheint, ist dieses Bestreben dem aktuellen Gewinner in französischen Gefilden wohl fremd. Fällt der Euro, dürfte die Apfelinsel-Mark erneut unter Aufwertungsdruck geraten. Schließlich ist sie rohstoffgedeckt und gilt als absolut sicherer Hafen. Trotz erneut erhöhter Transstrudel-Gebühren ist sie weltweit immer beliebter. Insofern äußerste sich die Notenbank solidarisch zur leider ebenfalls charismatisch nicht umwerfenden deutschen Regierungschefin.
Scheinbar um den Verdruss an dieser Weltregion noch zu steigern, feiert eine sogenannte Piratenpartei in Deutschland zunehmend Erfolge. Ihre zumeist stillos gekleideten Vertreter dürften nicht als besonders interessante Freigeister fehlinterpretiert werden, warnt der Politikwissenschaftler Fronx Eisfrisch.
„Vielmehr sehen wir hier die ganze Mutlosigkeit sich zu irgendetwas zu bekennen und erschreckende Geschmacklosigkeit in allen Belangen.“
Das Wort Pirat mache noch lange keinen Jack Sparrow.
In diesem Zusammenhang eine Warnung des eSATA: Die Marine der Apfelinsel fragt nicht lange, ob ein selbsternannter Pirat einen Parlamentssitz anstrebt oder eine Kaperung!